"Green Chemical Solutions" - ein Klassifizierungssystem mit Weitblick

Thorsten Löhl

Spätestens die Verleihung des Friedensnobelpreises an Al Gore und den Weltklimarat hat es deutlich gemacht: Das Thema Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren im Bewusstsein der Öffentlichkeit erheblich an Bedeutung gewonnen. Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit beherrschen gleichermaßen die Titelblätter von Fach- und Lifestyle-Magazinen. Und selbst Stars wie George Clooney, Julia Roberts und Leonardo Di Caprio leben es vor: "Grün" ist in und hat sich im Mainstream etabliert.

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit - der "grüne" Trend - ist mittlerweile auch bei den Endkonsumenten angekommen und macht sich in einer steigenden Nachfrage nach umweltverträglichen Produkten bemerkbar. Nachhaltigkeit und Natürlichkeit der verwendeten Rohstoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung der Verbraucher von heute. Dieser Trend wird außer von dem Gedanken an Umweltschutz auch noch von etwas Anderem getrieben: Verbraucher assoziieren Wellness und Wohlfühlen ebenfalls zunehmend mit Natürlichkeit. "Grüne" Inhaltsstoffe werden als gesünder, sicherer und vertrauenswürdiger angesehen. Besonders deutlich werden die Veränderungen in den Märkten für Kosmetikprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel, bei denen die Konsumenten verstärkt auf Botschaften wie "biologisch", "naturbelassen" oder "ökologisch" achten. Laut Datamonitor wird zum Beispiel der Markt für natürliche Kosmetikprodukte bis 2011 um zwölf Prozent jährlich wachsen. Die Hauptsegmente sind Babypflege-, Bade- und Duschprodukte. Organic Monitor schätzt, dass die jährlichen, weltweiten Erlöse mit Naturkosmetik noch vor 2010 die Zehn-Milliarden-Dollar-Marke übersteigen.

"Grüne" Lösungen mit System

Konsumgüterhersteller, die vom Trend zu naturbasierten Produkten profitieren wollen, müssen sich im Einklang mit den Kriterien der Nachhaltigkeit positionieren. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe sowie zuverlässige Informationen über ihre Natürlichkeit sind hierfür Schlüsselfaktoren. Für den Spezialchemieanbieter Cognis ist die Fokussierung auf Nachhaltigkeit und innovative Wellness-Produkte seit seiner Gründung elementarer Teil der Unternehmensstrategie und wichtiger Wachstumstreiber. Rund 50 Prozent der vom Unternehmen verwendeten Rohstoffe stammen aus nachwachsenden Quellen und sind natürliche Öle, Fette und Pflanzenextrakte. Wie auf die verstärkte Nachfrage nach "grünen" Konsumgütern reagiert werden kann, zeigt das Beispiel der strategischen Geschäftseinheit Cognis Care Chemicals, die 2007 mit der Einführung der sog "Green Chemical Solutions" reagiert hat. Dieses klar strukturierte System bietet eine standardisierte Klassifizierung von Rohstoffen: Hersteller von Kosmetik- und Reinigungsprodukten erhalten eindeutige Informationen zur gesamten Produktpalette und erfahren auf einen Blick, wie hoch der Anteil der natürlichen und erneuerbaren Rohstoffbasis in jedem Produkt ist. Das gesamte Portfolio ist in verschiedene Stufen der "Natürlichkeit" eingeteilt, wodurch die Kunden den Grad an "grünen" Rohstoffanteilen in ihren Endprodukten selbst bestimmen können. "Green Chemical Solutions" gliedert sich in drei "Easy Guides":

"Green Chemical Solutions"- Ein Anwendungsbeispiel

Alkylpolyglycoside sind nichtionische Tenside und werden aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen wie Kokosnussöl und Stärke gewonnen. Sie werden für ihre Umweltverträglichkeit und hohe biologische Abbaubarkeit geschätzt. Sogar während ihrer Mineralisation zu Kohlenstoffdioxid und Wasser werden weder umweltschädliche Zwischenprodukte erzeugt, noch setzen die Tenside unerwünschte Nebenprodukte wie Stickstoff, Ethylenoxid oder Konservierungsstoffe frei. Ihre große Stabilität über einen breiten pH-Bereich und ihre ungewöhnliche Vielseitigkeit ermöglichen es, dass sie in einer enormen Vielzahl von Formulierungen verwendet werden können - von Körperpflegeprodukten bis zu Haushalts- und industriellen Reinigern. Chemisch betrachtet handelt es sich dabei um eine wässrige Alkylpolyglycosid-Lösung, die das Glucosid gebildet aus dem natürlichen Fettalkohol (mit der Kettenlänge C10-C16) und pflanzlich-basierter Glukose enthält (Abbildung 2). Glucopon® wird zu hundert Prozent aus natürlichen und erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und ist chemisch behandelt. Deshalb wird es im Portfolio Easy Guide den "Cognis Natural Modified" mit drei grünen Blättern zugeordnet. Dieses nichtionische Tensid wird in Formulierungen für Wasch- und Geschirrspülmittel eingesetzt (Abbildung 3). Aufgrund seiner Umweltverträglichkeit kombiniert mit Leistungsfähigkeit und besonderer Milde für die Haut wird Glucopon® oft in Produkten verwendet, die Eco-Labels tragen. Und genau darauf achten die Verbraucher von heute. Dem "grünen" Trend können sich Hersteller von Kosmetikprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln also ebenso wenig entziehen wie Spezialchemieanbieter.


Kontakt

Dr. Thorsten Löhl
Leiter Cognis Care Chemicals Forschung und Entwicklung Chemieprodukte
Cognis GmbH
Rheinpromenade 1
40789 Monheim am Rhein
Tel.: +49 (0)211 7940-2967
E-Mail: thorsten.loehl@cognis.com

Bettina Jackwerth
Global Marketing Director Skin Care
Cognis GmbH
Rheinpromenade 1
40789 Monheim am Rhein
Tel.: +49 (0)2173 4995-195
E-Mail: bettina.jackwerth@cognis.com

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