HIGHCHEM hautnah - Aktuelles aus der Analytischen Chemie ©

Analytik - hautnah 

Günter Gauglitz

Über ein Jahr hinweg entstanden in dieser Wochenschau 50 Beiträge von analytisch arbeitenden Gruppen. Diese Beiträge stellen die Breite in der Methodik und der Anwendungen, den hohen Stand der Analytik im deutschsprachigen Raum und die große Zahl von analytisch ausgerichteten Arbeitsgruppen und deren hohen Leistungsstand dar. Die vielfältigen Anwendungsbeispiele demonstrieren die große Bedeutung der Analytik an Hochschulen, in Forschungseinrichtungen und in der Industrie.

Ohne diese Leistungsfähigkeit wäre die Qualität vieler Bereiche des täglichen Lebens nicht auf dem gegenwärtig hohen Stand; man denke nur an die Kontrolle von Wasser, Lebensmitteln und Produkten, die Rolle der Analytik in modernen Ansätzen der medizinischen Diagnostik, bei der Qualitätskontrolle, der Raumluftüberwachung, beim Gefahrenschutz bis hin zur Prozesskontrolle und zur Unterstützung in der Anorganischen, Organischen und Physikalischen, der Makromolekularen sowie Technischen Chemie, aber auch in der Biologie und Medizin. Darüber hinaus wird in den letzten Jahren die Rolle der Analytik insbesondere in den Bereichen der chemischen und biochemischen Sensoren sowie bei der Untersuchung biologischer Systeme zunehmend bewußt. Diese Vielfalt an Methoden und Anwendungen sorgt dafür, dass Analytik eine Querschnittwissenschaft ist, in der viele Fachrichtungen wie Medizin, Biologie, Physik, Chemie und sogar Informatik zusammenwirken und häufig die Grundlage für juristische Entscheidungen liefern oder Diskussionen in der Gesellschaft von einer emotionalen auf eine sachliche Ebene bringen. Diese Vielfalt spiegelt unsere Fachgruppe Analytische Chemie wider, in der durch die verschiedenen Arbeitskreise Methoden erarbeitet und Problemlösungen diskutiert werden, die diese fachliche Breite abdecken und durch ihre Integration in die Ausbildung an Fachhochschulen und Hochschulen Wirtschaft und Wissenschaft für die Zukunft rüsten.

Herausragende Analytik kann nicht in Nebentätigkeit und auch nicht fachfremd geleistet werden. Entsprechend wird die Bedeutung der Analytik europaweit gesehen. und die Zukunftsperspektiven junger Hochschulabgänger sind außerordentlich günstig. Problematisch sind allerdings die Perspektiven für Nachwuchswissenschaftler wegen der Stellenstreichungen und der Fokussierung auf die sogenannten Kernfächer. Durch diese Maßnahmen wird nicht nur die Bedeutung der Analytik für Forschung, Lehre und Industrie immer mehr in Frage gestellt, sondern auch die Eigenständigkeit und Sichtbarkeit in der Hochschullandschaft zunehmend zurückgedrängt. Die Fachgruppe hat sich in der Vergangenheit und wird sich auch zukünftig für eine Verbesserung im politischen Raum einsetzen. Es war und bleibt Aufgabe aller, die sich als Analytiker positionieren, den hohen Leistungsstandard zu wahren, ihr Fach aktiv zu vertreten, sich auch im Fachbereich und in der Öffentlichkeit aktiv an Diskussionen zu beteiligen und dabei immer zu demonstrieren, dass moderne Analytik keine Hilfswissenschaft, keine Routineangelegenheit oder eine Serviceleistung ist, sondern dass der analytische Chemiker vielmehr die Voraussetzung für hohe Forschungsleistung und den Wirtschaftsstandort Deutschland liefert.

Dieses Anliegen wollte die Fachgruppe durch diese aktuelle Wochenschau unterstützen; sie wollte aber auch aufzeigen, dass der Chemiker durch seine Materialkenntnis, seine Ausbildung, sein Methodenwissen, seine Offenheit und sein Verständnis für Problemstellungen in vielen Fachgebieten eine bedeutende Rolle unter den Naturwissenschaftlern spielen kann. Diese Breite und Interdisziplinarität fördert die Fachgruppe, indem sie sich nicht nur auf Mitglieder mit Ausbildung in Chemie konzentriert, sondern auch für andere Fachrichtungen offen ist. Die Aktivitäten der Fachgruppe äußern sich nicht nur in der Aktuellen Wochenschau, sondern auch im geschützten Bereich der Fachgruppe auf der Homepage der GDCh, in der Mitarbeit in anderen Fachgruppen und auch außerhalb der GDCh in Gremien z.B. der DECHEMA.

So baut die Fachgruppe für ihre Mitglieder unter http://www.gdch.de/strukturen/fg/ach.htm bzw. unter MyGDCh und auf den Seiten "Fachgruppen exklusiv" eine Informations- und Lehrplattform auf. Auch das neue Fachgruppen-Logo soll die Identität der Fachgruppe innerhalb der GDCh verdeutlichen.